Die bevorstehende Erhöhung der Haftung für lohnabhängige Abgaben bei Bauleistungen stellt einen bedeutenden Wandel für die Auftraggeber in der Bauindustrie dar. Ab dem Jahr 2026 wird die Verantwortung gegenüber den Finanzämtern und Krankenversicherungsträgern von bisher 25 % auf 40 % angehoben, was eine wesentliche Zunahme der finanziellen Verpflichtung bedeutet.
Haftungsumfang
Bei Bauleistungen, die an Subunternehmer weitergegeben werden, haften die auftraggebenden Unternehmen nun bis zu 5 % des Werklohns für die abzuführenden lohnabhängigen Abgaben. Im Rahmen der Arbeitskräfteüberlassung steigt dieser Haftungsumfang auf 8 %. Zudem wird die Haftung für Beiträge an Krankenversicherungsträger insbesondere erhöht: Das auftraggebende Unternehmen ist zukünftig bis zu 20 % des Werklohns haftbar, während bei der Arbeitskräfteüberlassung dieser Prozentsatz auf 32 % ansteigt.
Befreiung von der Haftung
Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich von dieser Haftung zu befreien:
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Gesamtliste der haftungsfreistellenden Unternehmen: Auftraggeber sind von der Haftung befreit, wenn das beauftragte Unternehmen auf dieser Liste erfasst ist. Dies kann erheblich zur Reduzierung der finanziellen Verantwortung beitragen.
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Überweisung von Beiträgen: Eine weitere Möglichkeit, sich von der Haftung zu befreien, besteht darin, dass das auftraggebende Unternehmen 25 % (bzw. im Fall der Arbeitskräfteüberlassung 40 %) des zu leistenden Werklohnes direkt an das Dienstleistungszentrum der Österreichischen Gesundheitskasse überweist.
Leistungszeitpunkt
Der relevante Leistungszeitpunkt wird als der Tag verstanden, an dem die entscheidende rechtliche Handlung zur Begleichung der Werklohnschuld stattfindet. Sollte die Zahlung an diesem Tag unmöglich oder unzumutbar sein, gilt stattdessen der frühere Tag mit Einsichtnahme in die HFU-Gesamtliste als Leistungszeitpunkt.
Diese Neuerungen erfordern von den Beteiligten in der Bauindustrie eine sorgfältige Planung und Überprüfung ihrer Vertragsverhältnisse und Finanzdaten, um optimal auf die bevorstehenden Änderungen vorbereitet zu sein. Eine professionelle Beratung und rechtzeitige Maßnahmen können dabei helfen, die Belastungen durch die erhöhte Haftung zu minimieren.




